- Organisatoren
Heimatbühne
Schnas

- Jagdhornbläser Similaun


- "Peter Pan - Vereinigung für krebskranke Kinder"

 


 
TIROLER WEHRVERBÄNDE

Aufgrund der von Kaiser Maximilian I. geschaffenen Wehrverfassung wurde bereits im Jahr 1511 die "Tiroler Landmiliz" aufgestellt. Daraus entwickelte sich 1703 als erste stehende Truppe das „Tiroler Landbataillon" und aus diesem wurde 1745 das "Tiroler Feld- und Landregiment Nr.46". Im Jahr 1891 wurde im Zuge einer neuerlichen Heeresreform mit der Eingliederung des "Tiroler Scharfschützenkorps" das "Tiroler Jägerregiment Nr. 64" gegründet, aus dem 1813 das "Fenner-Jägerkorps" hervorging.

Die Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK feierte 2002 ihren 30-jährigen Bestand. Dieses Jubiläum war wohl Anlass genug, sich einmal genauer mit der Geschichte der Tiroler Kaiserjägermusiken auseinander zu setzen, die sich nahtlos in die Tradition altösterreichischer Militärmusik einfügen lässt.

 

Zum historischen Hintergrund:
Die Wirren der napoleonischen Kriege zu Ende des 18. und Anfangs des 19. Jahrhunderts waren gerade überstanden, Europa wurde im Wiener Kongress 1814/15 neu geordnet, die alten Herrschaftsverhältnisse restauriert. Die Ära des Clemens Metternich ("Kutscher Europas") nahm ihren Anfang. In dieser Zeit gab es einen wahren "Boom" in der blasmusikalischen Entwicklung, besonders auf dem Gebiet der Militärmusik; während der vergangenen Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte gab es verschiedenste Einflüsse von außen auf die Entwicklung der Musik, besonders hervorgehoben seien die Janitscharenkapellen der Türken, die einen außerordentlichen Eindruck hinterlassen hatten; auch die mitreißenden Melodien der französischen Truppen Napoleons beeinflussten die militärmusikalische Entwicklung.

Die sogenannten Feldmusiken (Trommler und Pfeifer) entwickelten sich durch Zusammenspielen mit anderen Instrumentalgruppen und unter dem Eindruck der Janitscharenmusik weiter; beispielsweise hatte das Hoch- und Deutschmeisterregiment bereits 1741 eine "Türkische Musik." Auch die Erfindung der Ventile für Blechblasinstrumente 1813 bildete einen weiteren Markstein blasmusikalischer Entwicklung.

Ab ca. 1830 wurden diese neuen Instrumente allgemein eingesetzt. 1801 kam es zur Aufstellung eines "Tyroler Jäger-Regiments, welches im Laufe der Jahre umgewandelt, erweitert und 1813 nach seinem Kommandanten Feldmarschalleutnant Philipp Fenner von Fenneberg benannt wurde. 1815 gründete Johann Baptist Gänsbacher, Oberleutnant im Fenner-Jägerkorps und "vaterländischer Compositeur" anlässlich eines Besuches "Kaiser Franz I von Österreich" in Innsbruck unter Heranziehung böhmischer Musikanten eine "Militärmusikkapelle", bestehend aus vierzehn Mann in damals üblicher Besetzung mit Kontrafagott.

Gänsbacher schreibt dazu in seinem Buch Denkwürdigkeiten aus meinem Leben: "Wegen Mangel hinreichender musikalischer Individuen bewirkte Obrist Schneider beim Hofkriegsrat die Bewilligung, aus den böhmischen Regimentern 24 musikalische Leute in Prag zu sammeln." Dass darüber die böhmischen Regimenter nicht erfreut waren und sich ihre Musikanten nicht so einfach abwerben lassen wollten, ist verständlich.

So heißt es weiter in Gänsbachers Aufsatz: "(...) jeder zu den Kaiserjägern sich meldende Mann mit Stockstreichen bestraft werden sollte." So musste sich Gänsbacher nochmals an die Obrigkeit wenden, dass er seine Musikanten bekommen konnte; letztlich musste er sich mit 14 Mann zufrieden geben. Es war also gar nicht so einfach, die nötigen Musikanten aufzutreiben. Außerdem hatte zu guter Letzt die Kapelle binnen 2 Tagen parade- und spielfähig zu sein, der Kapellmeister auch noch 2 Märsche für den Kaiserbesuch zu komponieren...!

Dennoch, die Formation der Fennerjäger gemeinsam mit der Musikkapelle musste am 19. Oktober 1815 eine gute Figur gemacht haben, denn der Kaiser verfügte per Dekret vom 16. Jänner 1816 die Umbenennung dieser Einheit in Tiroler Jägerregiment "Kaiser", was durchaus als Ehre zu verstehen ist.

Gänsbacher übertrug 1816 die Leitung an Kapellmeister Johann Pachinger, der bis zu seiner "Berufung" nach Tirol Kapellmeister des 1. Böhmischen Feld-Artillerie-Regiments in Budweis war. Pachinger baute die Kapelle zu einer vollständigen "türkischen" Musik von ca. 30 Mann aus. Gänsbacher oblag bis zu seiner Berufung als Domkapellmeister zu St. Stephan in Wien die Oberaufsicht über diese "Kaiserjägermusik", für die er auch mehrere Stücke komponiert hatte.

Pachinger (er war übrigens Oboist) betreute neben seiner Tätigkeit als Militärkapellmeister auch die Schulung des Bläsernachwuchses im Rahmen des Innsbrucker Musikvereins. Sein Nachfolger als Regimentskapellmeister war J. Amthor. Organisatorisch waren "Musikbanden" nicht systemisiert, der Hofkriegsrat billigte sie zunächst nur stillschweigend.
Erst 1828 wurden solche Musiken offiziell gestattet. Auf Grund der damals üblichen Versetzungen ganzer Einheiten war es durchaus üblich, dass mehrere Regimentsmusiken in Innsbruck stationiert waren. Beispielsweise war zwischen 1831 und 1845 unter anderem das Regiment "Großherzog Baden" samt Regimentsmusik unter Kapellmeister Ignaz Hübner hier untergebracht. Diese Kapellen traten oftmals gemeinsam mit der Kaiserjägermusik auf.

Etwa ab Mitte der 1820er Jahre wurden bei den "Kaiserjägern" durch Oberstleutnant Graf Sickingen Bataillonsmusiken sog. "Trompeterharmonien" ins Leben gerufen und im November 1832 ordnete sein Nachfolger Ignaz Edler von Malkowsky die Gründung von Musiken, bestehend aus Trompetern, an.

Im Oktober 1847 wurde die Regimentsmusik der Tiroler Kaiserjäger erstmals aufgelöst. Die Trompeterharmonien dagegen bestanden weiter und dürften noch vor 1848 in ihrer Besetzung entsprechend verändert worden sein.

Diese Vermutung ist deshalb naheliegend, weil die Musikkapelle des 7. Kaiserjägerbataillons unter der Leitung von Michael Hübner sofort nach ihrer Ankunft in Innsbruck mit wöchentlichen "Harmoniemusikkonzerten" im Hofgarten begonnen hatte. Dieses Bataillon war übrigens zwischen Dezember 1848 und 1859 in Innsbruck stationiert. Nach einer im K.K. Armee-Verordnungsblatt Nr. 53 vom 11. April 1851 kundgemachten Entschließung wurde "(...) bei jedem Bataillon des Tiroler Jägerregiments, gleich bei jedem Jägerbaon, überhaupt die Instandhaltung eigener Musikbanden in der Stärke von 24 Mann bewilligt und gleichzeitig verfügt, dass beim Jägerregiment keine Stabsmusik zu bestehen habe."

Von den in den Jahren 1860 bis 1866 in Tirol wirkenden drei Kaiserjäger-Bataillonsmusiken war die des ersten (1860/61 in Innsbruck) mehrfach in Konzerten zu hören; jene des siebten Bataillons (1861 bis 1864) gab unter anderem häufig Platzkonzerte auf dem Berg Isel. Nach deren Auflösung spielte die Kapelle des 2. Bataillons zwischen Oktober 1864 und Mai 1866 ihre Konzerte im Deutschen Kaffee und veranstaltete Platzkonzerte etc. Nach einem zeitgenössischen Urteil sei diese Musikkapelle vorzüglich gewesen, die auch in einer Streicherbesetzung unter der Leitung ihres Kapellmeisters C. J. Hoffmann zu hören war.



Mit 1. April 1868 wurden sämtliche Musikkapellen bei den Jägerbataillonen aufgelöst, sodass es bis auf weiteres bei den Kaiserjägern keine Musik mehr gab. Mit 25. April 1895 wurde das bisherige Tiroler Jägerregiment "Kaiser" in vier Tiroler Kaiserjäger-Regimenter umgewandelt, von denen jedes eine Musikkapelle in der Stärke einer Infanterie-Regimentsmusik erhielt.

Die Kaiserjägermusiken hatten dieselbe Instrumentalbesetzung wie jene der Infanterie, der einzige Unterschied lag in der Uniformierung: die Kaiserjägermusiken trugen die Jägeruniform, auf dem Bandelier des Musikführers (=Regimentstambour) war statt der silberbeschlagenen Trommelschlägel als Emblem ein Jägerhorn angebracht.
Diese Kaiserjäger-Musikkapellen erbrachten unter der Leitung berühmter Kapellmeister vorzügliche musikalische Leistungen. An Namen seien hier Karl Mühlberger, 1. Regiment (1857 - 1944), Gustav Mahr, 2. und 4. Regiment (1858 - 1930), Rudolf Achleitner, 3. Regiment (1864 - 1909), Gabriel Schebek, 4. Regiment (1853 - 1964) genannt.

Noch heute erinnern schöne Militärmärsche an die einstigen Tiroler Kaiserjägerregimenter: "Tiroler Adler" und "Seyffertitz" von R. Achleitner, der "Fennerjäger"-Marsch, "Hoch Tirol" und der "Andreas-Hofer"-Marsch v. G. Mahr; zu besonderer Popularität aber brachte es aber der "Kaiserjäger"-Marsch (unter Verwendung des Liedes "Mir san die Kaiserjager" von Max Depolo) von Karl Mühlberger.

Mit dem Untergang der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie hörten auch die Kaiserjägerregimenter auf zu existieren. Über 50 Jahre mussten vergehen, ehe Oberstleutnant Prof. Siegfried Somma, der erste Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Tirol, nach seiner Pensionierung daranging, die Tradition der Kaiserjägermusiken wieder aufleben zu lassen. 1971/72 gründete er - allen Widerständen und Einwänden zum Trotz - mit einer Schar von idealistisch gesinnten Musikanten, vor allem ehemaligen Militärmusikern, die Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK. Der Gedanke, eine "Kaiserjägermusik" zu gründen, hatte Somma seit seinem Dienstantritt als Militärkapellmeister 1957 immer wieder beschäftigt. Unterstützt bei diesem großen Vorhaben wurde Prof. Somma von Siegmund Feistmantl, Helmut Hinterhuber.

Der 8. Oktober 1971 gilt als Gründungstag; an diesem Tag wurde der damalige Kulturreferent des Landes Tirol, Prof. Dr. Fritz Prior, der auch Obmann des Landesverbandes Tiroler Blasmusikkapellen war, unterrichtet. Landeshauptmann Eduard Wallnöfer versprach, diese Neugründung finanziell zu unterstützen. Nun konnten die Vereinsstatuten erstellt und der endgültige Name "Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK" festgesetzt werden. Landtagsabgeordneter ÖR Erich Berktold stellte sich für das Amt des Präsidenten zur Verfügung, das er durch 20 Jahre innehatte.

Namhafte Spenden Tiroler Firmen und Subventionen des Landes Tirol bildeten eine solide finanzielle Basis und somit konnte am 10. Juli 1972 die konstituierende Sitzung einberufen werden. Damit konnte die Vereinsarbeit, das heißt viele Proben und Ausrückungen beginnen. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg rasch auf über 80 Mann an.

Viele Konzerte, Fernsehauftritte, Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen mit einem umfangreichen Repertoire ließen den Bekanntheitsgrad der "Kaiserjäger" rasch anwachsen.

Reisen führten die Kapelle nach Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Südtirol, Liechtenstein, in die Schweiz, die Ukraine, Thailand, Amerika, Kanada und in die Türkei.

Prof. Siegfried Somma leitete die Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK bis 1990 und übergab den Taktstock an Prof. Michael Stern; auf ihn folgte 1993 für ein Jahr Oberst Prof. Erich Hendl und seit 1994 schwingt Militärkapellmeister Major Hannes Apfolterer den Taktstock.

Apfolterer, Jahrgang 1965, spielte bereits als 10-jähriger bei seiner heimischen Musikkapelle in Mayrhofen mit, rückte 1983 zur Militärmusik Tirol ein. Er absolvierte neben dem Dienst sein Musikstudium und legte nach der Diplomprüfung die Militärkapellmeisterprüfung ab. 1995 bis 2000 war er Militärkapellmeister in Salzburg, mit Anfang 2001 übernahm er die Leitung der Militärmusik des Militärkommandos Tirol. Er versteht es, Traditionelles mit Modernem zu verbinden, besonders seine Eigenarrangements und -kompositionen finden großen Anklang beim Musikanten wie beim Zuhörer.


Bild:
PRÄSIDENT / PRESIDENT: Komm. Rat Otto Plattner
KAPELLMEISTER / BAND MASTER Major Hannes Apfolterer


Foto: © OTKM
Die Adresse: Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK,
Gänsbichl 4, A-6082 Patsch

 

 

Komitee Schnolser Summerfest• Unser Frau. 127 / I-39020 Schnalstal
Mobil: 335-8224000 • E-Mail: info@schnolser-summerfest.com  | Home